| Flow in Ihrer Firma | |||||||
| Eine – für mich
äusserst spannende Einsicht aus der Flowforschung ist diese: Die meisten Flow-Erfahrungen erleben Menschen interessanterweise nicht in ihrer Freizeit, sondern bei der Arbeit – wobei Flow eine der schönsten Erfahrungen ist! Der Grund dafür scheint ein kulturelles Missverständnis sein, dass Freizeit idealerweise bei einer Pina Colada am Strand beim Nichtstun, oder passiv auf dem Sofa vor dem Fernseher verbracht wird. Nur: In dieser Haltung wird niemand gefordert. Und Flow geschieht nun einmal nicht bei Unterforderung! [4, 117] Fernsehen ist zum Beispiel eine der häufigsten Freizeitaktivitäten, doch es führt nur sehr selten zu Flow-Zuständen. Flow kann bei jeder Tätigkeit eintreten: [2,74] Eine Untersuchung von ländlichen Dorfgemeinschaften zeigt: Die älteste Generation konnte am meisten Flow-Erlebnisse aufweisen, und die meisten davon bei der Arbeit: Beim Heuen, die Scheune reparieren, Brot backen, die Kühe melken, Gartenarbeit. Die mittlere Generation, - welche die vierzig bis sechzigjährigen umfasste – berichtete von gleich vielen Flowerlebnissen bei der Arbeit und bei Freizeitaktivitäten, wie z.B. Kino, Ferien, Bücher lesen oder Skifahren. Flow kann man lernen: [2, 100] Linus Pauling ist dafür ein Paradebeispiel: Er tut nur noch, was ihm Spass macht… Das Geheimnis ist jedoch, dass ihm fast alles Spass macht – egal, wie trivial oder kompliziert etwas ist. Das einzige, was ihm definitiv nicht zusagt ist, Zeit zu verschwenden. Er hat nicht ein besseres Leben, aber fast alles, was er tut, bringt ihn in den Flow. Eine massgeschneiderte Umgebung kann Flow massgeblich fördern - unabhängig von äusseren Einflüssen wie Kultur, Jahrhundert, Ausbildung: [4, 115] Wenn es einer Firma (Original: Kultur) gelingt ein so zwingendes Muster von Zielen und Regeln zu entwickeln, das den Fähigkeiten der Mitarbeiter (Original: Bevölkerung) sehr gut angepasst ist, können die in ihr Arbeitenden (Original: Lebenden) ungewöhnlich häufig und intensiv Flow erfahren. Athener Bürger, Römer, deren Handlungen durch 'virtus' (Tugendhaftigkeit) geprägt waren, chinesische Intellektuelle oder indische Brahmanen bewegten sich mit ausgeklügelter Anmut durchs Leben und gewannen wohl aus der Harmonie ihrer Handlungen die gleiche Freude wie aus einem komplizierten Tanz. |
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