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Yvon Chouinard, Gründer der Firma Patagonia |
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Sein Büro befindet sich in
einem stuckverzierten und in Pastelltönen gestrichenen Gebäude, das sich in
einer stillen Stichstrasse hinter Eukalyptus- und Jacaranda-Bäumen verbirgt.
Das Innere ist einfach und heiter gehalten – mit alten Hölzern, Glas und
Farnen, die von freiliegenden Blenden herabhängen.
Angestellte in Shorts und Sandalen bewegten sich so zwanglos auf dem Gelände, als gingen sie aus der eigene Küche ins eigene Schlafzimmer hinüber. |
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Die Sonne
schimmerte durch die Glyzinien, und einen Block weiter westlich erstreckte sich
friedlich der Ozean mit den Channel Islands am Horizont. Hin und wieder war das
Lachen kleiner Kinder aus dem einen Stockwerk tiefer gelegenen Tagesbetreuungszentrum
zu hören.
Die ganze Firma ist nicht angelegt, um nach 3 Jahren in eine Aktiengesellschaft
umzuwandeln, sich auszahlen zu lassen und weiterzuziehen. Y.C. hat die Absicht,
dass seine Firma auch noch in 100 Jahren besteht. Er gewährt seinen
Mitarbeitern ein gewisses Mass an Stabilität im Leben. Langfristige
Zufriedenheit, ein Gefühl von Erfüllt sein, das Gefühl, wichtig zu sein, und
etwas zu tun, was es auch wirklich wert ist, auf das man stolz sein kann. Auch
noch in 20 Jahren.[15] |
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Enrico Randone, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender von Assicurazioni
Generali (IT): |
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| „Jede Police, die wir ausgeben, ist durch Gold oder Immobilien
gedeckt. Es ist ein ehrwürdiger Trust, dem anzugehören jeder einzelne unserer
20‘000 Beschäftigten stolz ist.[15] |
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J.Irwin Miller, Geschäftsführer in 3.ter Generation von Cummins, stellen
Zugmaschinen her (US): |
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Wir haben eine Verpflichtung gegenüber der
Kommune. Wir hätten an einen anderen Standort übersiedeln können, wo die Arbeit
billiger ist, aber welchen Sinn hat es, ein bisschen mehr Geld zu verdienen,
wenn man dafür mehrere tausend Menschen in Aufruhr versetzt, die man kennt und
die einem Vertrauen?
Seine Firma hat eine Vereinbarung mit der Stadt getroffen,
der zufolge sie die Architektenhonorare übernimmt, wenn eine neue Kirche, ein
Schulgebäude, eine Feuerwehrstation oder ein Gefängnis errichtet werden soll.[15,p.52] |
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Aaron Feuerstein, Eigentümer und Vorstand von Malden Mills (US): |
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| Aaron Feuerstein wurde vor einigen Jahren so etwas wie eine Berühmtheit, als
seine Fabrik in Massachusetts abbrannte. Ungeachtet des Verlusts zahlte er
seinen nichtbeschäftigten Arbeitern ihre Löhne weiter, damit sie die Fabrik
viele Monate später den Betrieb wieder aufnehmen konnte. Er verbindet dazu 2
Strategien aus der jüdischen Tradition: |
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Zum einen will er die Gewinne der
Aktionäre maximieren und auf der andere Seite, auf der Erde etwas Nützliches
tun, für die Beschäftigten, das Gemeinwesen, die Umwelt. Er verschiebt die
„guten Taten“ nicht aufs Wochenende oder den Feierabend.[1, p.52] |
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Mike Murray, Vizepräsident HR, Microsoft (US): |
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Das Leben ist so
schön, und in meinen Augen ist die Arbeit ein Element davon. Ich möchte die
Arbeit lieben können, denn ich muss ja sehr viel Zeit damit verbringen. Also
lieber Freude daran haben! Und dann mag ich auch das Geschäft als solches.. Das
Geschäft macht mir Spass. |
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Leo Tolstoi (RUS): |
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Tolstoi in Anna Karenina: die Beschreibung vom reichen
Landbesitzer Lewin, der von seinem Leibeigenen Tit lernt Gras zu mähen: „Ich
werde weniger mit dem Arm ausholen und mehr mit dem ganzen Körper aufdrücken“,
dachte er, als er Tits gleichmässigen, schnurgeraden Streifen mit seinem
ungleichmässigen und unordentlichen daneben verglich.
… Er dachte an nichts mehr, wünscht nichts mehr, als hinter den Bauern nicht
zurückzubleiben und seine Sache möglichst gut zu machen. |
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Er hörte weiter nichts
als das Geklirr der Sensen und sah vor sich nur die sich entfernende,
aufgerichtete Gestalt Tits…
Lewin verlor jedes Bewusstsein der Zeit und wusste absolut nicht mehr, ob es
spät oder früh war. In seiner Arbeit ging jetzt eine Veränderung vor sich, die
ihm höchsten Genuss bereitete. Mitten in der Arbeit hatte er Augenblicke, in
denen er vergass, was er tat, es ward ihm leicht zumute, und in diesen
Augenblicken war sein Streifen gerade so gleichmässig und schön wie Tits. Kaum
aber besann er sich darauf, was er tat, und wollte sich Mühe geben, es besser
zu machen, als er gleich die ganze Schwere der Arbeit fühlte und sein Streifen
schlecht ausfiel… Und immer häufiger kamen jene Augenblicke des halb
unbewussten Zustandes, in dem man nicht daran zu denken brauchte, was man tat..
Die Sense mähte von selbst. Das waren glückliche Augenblicke.[16, p.270ff] |
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Umfeld und Haltung - einige Zitate
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Annita Roddick, Body Shop (UK): |
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| Ich habe mich in diesem neuen Stadium zurechtgefunden,
in meinem Leben und in der Firma, die beinahe so etwas wie eine geheime
Entwicklungsabteilung aufbaut – eine Gruppe kreativer, wilder junger Leute,
alle aus der Szene, die zwar ihr Geld von der Firma bekommen, aber eben doch
nicht so ganz dazugehören. Das heisst, wir entwickeln tolle Ideen und lassen
sie in die Firma reinplumpsen – weil wir frei sind. |
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Wir sind kühner mit unseren
Visionen oder kühner mit Worten. Es ist eine Freude… Das Leben ist wirklich
aufregend. Ich habe noch zu keiner Zeit in meinem Leben gedacht: O nein, das
ist ja doch nicht das, was ich wollte..
Sie braucht Worte wie „Phantastisch“, „Glückliche Phase“, „Frei“, „eine
Freude“.
Viele
Manager lösen sie Sinnfrage über Glauben oder soziales Engagement.[1, pp.113, 134, 248] |
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Yvon Chouinard (US): |
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Ich bin zwar Geschäftsmann, aber ich mache
meine Sache immer auf meine eigene Weise. Ich breche ziemlich viele Regeln und
wir verwischen hier auch den Unterschied zwischen Arbeit und Spiel. Wir machen
das hier nach dem Motto: „Lass mein Volk ziehen.“ – zum Surfen nämlich. Das
heisst, jeder kann surfen gehen, wenn die Brandung kommt. Irgendwann am Tag
geht man einfach.
Diese Einstellung verändert das ganze Dasein. Das hat ihre
ganze Lebenspraxis und die ganze Firma verändert.[1, p.149] |
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Allensbach-Institut,
Meinungsforschungsinstitut (D): |
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| ..hat seinen Sitz in einer
Reihe ehemals landwirtschaftlicher Gebäude aus dem 15. Jahrhundert. Ein Gang
über die kiesbedeckten Wege versetzt den Besucher in eine vergangene Zeit,
ungeachtet der in den alten Fachwerksgebäuden leise summenden Computer…[1, p.150] |
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Cirque du Soleil (CA): |
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| Die Mitarbeiter führen sogar die zerlegbaren Einzelteile
eins Dorfplatzes mit sich, den sie an allen Stationen des Zirkus wieder
aufbauen, um eine vertraute Atmosphäre um sich zu haben. So haben die Kinder
der Artisten immer im gleichen Schulgebäude Unterricht, ob sie nun gerade in
Wien oder in Stockholm sind, und alle essen in den vertrauten Lokalitäten rund
um den Platz.[1, p.150] |
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