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| Flow unter extremen Bedingungen | ||||||||
| Richard Logan, | ||||||||
| der viele Berichte von Menschen in schwierigen Situationen untersucht hat, schliesst daraus, dass sie überlebten, indem sie Wege fanden, die objektiv schlechten Bedingungen in subjektiv kontrollierbare Erfahrungen zu verwandeln. Sie folgten dem Grundmuster von flow-Aktivitäten. Zunächst schenkten sie noch den winzigsten Einzelheiten ihrer Umgebung Aufmerksamkeit und entdeckten darin verborgene Möglichkeiten zum Handeln, die ihren eingeschränkten Fähigkeiten unter diesen Bedingungen entsprachen. Dann setzten sie sich Ziele, die der schwierigen Situation angemessen waren und beobachteten ihren Fortschritt durch die eingehende Rückmeldung sorgfältig. Immer wenn sie ein Ziel erreichten, verschärften sie die Regeln und setzten sich zunehmend komplexeren Herausforderungen. [9] | ||||||||
Grundsätzlich die gleiche Genialität im Aufspüren von Gelegenheiten für die geistige Beweglichkeit und Zielsetzungen wird von allen Überlebenden einer Einzelhaft berichtet, von Diplomaten, die von Terroristen gefangen wurden, oder von älteren Damen, die von den chinesischen Kommunisten verhaftet wurden. Eva Zeisel, die Porzellanmalerin, die über ein Jahr lang von Stalin im Moskauer Ljubjanka-Gefängnis gefangen gehalten wurde, bewahrte ihren Verstand, indem sie überlegte, wie sie aus den vorhandenen Materialien einen Büstenhalter anfertigen konnte, oder indem sie im Kopf gegen sich selbst Schach spielte, sich im Geiste auf französisch unterhielt, gymnastische Übungen machte und Gedichte, die sie sich ausdachte, auswendig lernte. Alexander Solschenizyn beschreibt, wie einer seiner Mitgefangenen im Lefortowo-Gefängnis die Weltkarte auf den Boden der Zelle malte und sich dann vorstelle, wie er über Asien und Europa nach Amerika reiste und jeden Tag ein paar Kilometer zurücklegte. Das gleiche Spiel wurde von vielen Gefangenen entdeckt: Albert Speer etwa, Hitlers Lieblingsarchitekt, beschäftigte sich über Monate hinweg im Spandauer Gefängnis, in dem er imaginär eine Wanderung von Berlin nach Jerusalem machte und sich alle Ereignisse und Sehenswürdigkeiten auf dieser Strecke ausmalte.[18] |
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Ein Pilot |
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| Ein Pilot verlor in einem Dschungellager achtzig Pfund und seine Gesundheit. Als er freigelassen wurde, bat er als erstes, Golf spielen zu dürfen. Zum grossen Erstaunen seiner Offizierskollegen war er trotz seines ausgemergelten Zustands zu einem ausgezeichneten Spiel in der Lage. Auf ihre Fragen antwortete er, dass er sich jeden Tag seiner Gefangenschaft vorgestellt hatte, achtzehn Loch zu spielen, wobei er sorgfältig seine Schläger auswählte und den Kurs systematisch abwandelte. Diese Disziplin hielt nicht nur seinen Verstand, sondern auch seine körperlichen Fähigkeiten intakt.[18] | ||||||||
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